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By Anne J. Braun

Die Volksrepublik China hat in den letzten Jahren die tiefgreifendsten Reformen in Arbeitsrecht und Sozialstandards in ihrer Geschichte initiiert. Damit werden erstmals auch Millionen von Billigarbeitern - so genannten informell Beschäftigten - einklagbare Rechte und soziale Absicherung zugestanden. Welche Folgen haben die Reformen für die Arbeitsbedingungen in China? Verabschiedet China sich damit vom Niedriglohnmodell? Dieses Buch bietet eine fundierte examine der aktuellen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der Volksrepublik China, die anhand von Fallstudien zu den Metropolen Beijing, Shanghai, Shenzhen und Nanjing vertieft wird.

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Arbeit in der Interaktion – Interaktion als Arbeit: Arbeitsorganisation und Interaktionsarbeit in der Dienstleistung

Der von einer interdisziplinären Autorengruppe verfasste Band untersucht Konzepte und Maßnahmen zur Gestaltung von Dienstleistungsarbeit. Im Mittelpunkt steht die Arbeit in der Interaktion mit Klienten und Kunden. Ausgehend von einem umfassenden Konzept der Interaktionsarbeit aus arbeitspsychologischer und arbeitssoziologischer Sicht, werden arbeitsorganisatorische Voraussetzungen und Maßnahmen zur Förderung von Interaktionsarbeit in unterschiedlichen Dienstleistungsbranchen und -tätigkeiten empirisch untersucht und vergleichend diskutiert.

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B. ) Anfang der 2000er Jahre war „Wiederbeschäftigung“ zu 70 bis 80 Prozent informeller Natur. B. Xia Wang 2004: 2; Cheng Duosheng 2004: 9; Laodong he Shehui Baozhang Bu Laodong Kexue Yanjiusuo 2003: 147) Als dritte Antriebskraft der Informalisierung von Beschäftigung ist die Öffnung der chinesischen Ökonomie zum Weltmarkt zu sehen. Diese wird seit 1979 schrittweise vorangetrieben und hat mit dem WTO-Beitritt Chinas im Dezember 2001 ihren formellen Höhepunkt erreicht. Wie in vielen anderen Ländern haben die Einbindung in die Weltwirtschaft und die Auswirkungen der Globalisierung von Finanz- und Handelsströmen wesentlichen Einfluss auf die Beschäftigungssituation in China.

Zit. nach Schucher 2006b: 55) Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete 2004, dass in der Bauindustrie 72,2 Prozent aller Wanderarbeiter/innen keine oder nicht ihre vollen Löhne erhalten hätten. (Xinhuanet 2004) Neben der Praxis, der gesamten (informellen) Belegschaft monatelang eine Lohnauszahlung zu verweigern, sind auch willkürliche Gehaltsabzüge wegen „Fehlverhaltens“ individueller Arbeitskräfte häufig anzutreffen, die gegen das Arbeitsgesetz verstoßen. (vgl. B. Gransow 1999: 262) Da informell Beschäftigte ohnehin oftmals unterhalb der Mindestlohngrenze entlohnt werden (Gransow 1999: 263; Laodong he Shehui Baozhang Bu Laodong Kexue Yanjiusuo 2003: 157), sind diese Praktiken nicht selten existenzbedrohend für die betroffenen Arbeitskräfte und führen immer wieder auch zu persönlichen Dramen wie Selbstmorden.

Diese Entwicklung ist Folge der ökonomischen Transformation und der damit verbundenen Umstrukturierung des Beschäftigungssystems und wird durch demographische Faktoren (Migration, Bevölkerungswachstum) sowie Globalisierungseinflüsse verstärkt. B. Teilzeitbeschäftigung und sog. „Minijobs“). A. J. 1007/978-3-531-92743-5_3, © VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011 30 3 Chinas informelle Ökonomie chinesisches Spezifikum ist es, dass informelle Beschäftigung überwiegend als informelle Lohnarbeit stattfindet.

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